symbol-locke-des-kairos-gelegenheit-agenblick-und-chronos-die-zeit 350

In der Vorbereitung für ein Zeitmanagementseminar im vergangenen Frühjahr wurde mir, durch die Beschäftigung mit den drei altgriechischen Gottheiten "Chronos", Kairos" und "Aion" nochmals bewusst, wie stark sich Unternehmensgründung und Führung immer noch am Paradigma des mechanistischen Weltbildes orientiert. Besonders gut sichtbar wird das im Umgang mit Zeit.

 

Drei Gottheiten - drei Zeitprinzipien - keine Wahl?

 

Der erste Gott "Chronos", Namensgeber unserer chronologischen Zeitwahrnehmung, steht für die messbare, gleichbleibende, getaktete Zeit, die unserer 24-Stunden-Uhr entspricht. Es ist das vorherrschende Prinzip. Es kennt keine persönlichen, keine biologischen Rhythmen, jedoch Dringlichkeit und Geschwindigkeit.

"Kairos" bewegt sich außerhalb dieser Taktung. Er ist der Gott des richtigen Augenblicks und der günstigen Gelegenheiten. Er wird oft mit einer Stirnlocke und kurz geschorenen Hinterkopf dargestellt, gilt es doch, "ihn beim Schopf zu packen", denn er weiss von der richtigen Handlung zur rechten Zeit.

 

„Die Zukunft hat viele Namen: Für den Schwachen ist sie das Unsichtbare, für den Furchtsamen das Unbekannte, für den Mutigen die Gelegenheit.“
Victor Hugo

 

"Aion", der Dritte im Bunde, steht für die unbegrenzte Zeit, die Ewigkeit.

 

Klassisches Zeitmanagement ist chronologisch.

 

Die meisten der bekannten Zeitmanagement Tools, von "SMART" bis zum "Eisenhower Prinzip" dienen Chronos, indem sie unsere (knapp bemessene) Zeit in dringliche und wichtige Aufgaben unterteilen, um in einem immer noch schnelleren Tempo abgearbeitet werden zu können.

 

Natürlich sind solche Werkzeuge im Alltag hilfreich, aber mein heutiges Blogplädoyer geht natürlich dahin, auch Kairos in die eigene Zeitkultur und Unternehmensentwicklung zu integrieren.

Dem eigenen inneren Rhythmus zu trauen, aus dem Hamsterrad der dringlichen Aufgaben immer wieder auszubrechen, inne zu halten, um den richtigen Augenblick kommen sehen zu können!

 

Ich bin überzeugt, dass gerade kreative und intuitive Unternehmen diese Zeitqualität und Zeitkultur benötigen, um mit der eigenen Inspiration verbunden bleiben zu können. Kein kreatives und intuitives Unternehmen wird sich zufriedenstellend entwickeln, wenn es sich (nur) im Hamsterrad bewegt.

 

Zeitmanagement nach Kairos?

 

Der rechte Augenblick lässt sich nicht managen, jedoch fördern und kultivieren.

Es bedeutet, Lebenszeit nicht nur nach der Uhr (Was fange ich mit meiner Zeit an, wie verwende ich sie?), sondern auch nach dem eigenen Kompass (Was ist mir wichtig, wie führe ich mein Leben?) zu betrachten. Regelmäßig etwas Inspirierendes zu tun, das keinem offensichtlichen Zweck dient. Den eigenen Rhythmus entdecken und "ernst" zu nehmen. Innehalten und Entschleunigung.

 

Handfeste Tipps?

 

Bei all den Büchern die ich zum Thema Zeitmanagement gelesen habe, bin ich von einem besonders begeistert: "Vom Zeitmanagement zur Zeitintelligenz" von Zach Davis. Es ist ein Buch, das mit sehr gut umsetzbaren Tipps zwischen Chronos und Kairos pendelt. Es hat die moderne Arbeitsrealität fest im Blick und bietet gleichzeitig einige Tipps aus wirklich neuen Perspektiven! Besonders überzeugt hat mich die Übung "Zeitzielscheibe", die ich in einem zweiten Blogbeitrag zum Thema vorstellen werde.

 

Hier geht es zum zweiten Teil der Serie "Vom Zeitmanagement zur Zeitkultur" >>

 

 

Das Buch "Vom Zeitmanagement zur Zeitintelligenz" von Zach Davis auf Amazon

 

Bildquelle

 

Kommentar schreiben

Suchen und Finden

Get in Touch:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Skype: abbalex

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen