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Viele kreative und intuitive Entrepreneure arbeiten oft gleichzeitig in verschiedenen Projekten, manchmal sogar in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Das hat viele Gründe: Wir entwickeln gerne immer neue Ideen, suchen Herausforderungen, sind schnell von Routine gelangweilt, arbeiten mit verschiedenen Netzwerkpartnern in unterschiedlichsten Projekten, … 


Das hat positive wie auch anstrengende Anspekte.


Positiv sind die Vielfalt und im besten Fall auch eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit.


Das Einkommen hängt nicht von einem Auftraggeber oder einem bestimmten Angebot ab, es gibt stattdessen mehrere Möglichkeiten Geld zu verdienen.
 

Ein konkretes Beispiel:

Sie sind Texterin. Sie arbeiten regelmäßig für ein Onlinemagazin, schreiben für eine Werbeagentur, organisieren gerade eine Kreativwerkstatt für Jugendliche im Auftrag eines regionalen Literaturvereins. Da Sie mehrere Sprachen sprechen, betreuen Sie auch Blogs für internationale Kunden, die Sie nur via Skype kennen, … usw.


Die anstrengenden Anteile liegen ebenso auf der Hand: Koordination der Vielfalt und Gleichzeitigkeit.
 

Für diese Herausforderungen sind zwei Dinge besonders hilfreich: Zeit- und Projektmanagement.
 

Leider sind klassische Projekt- wie auch Zeitmanagementtools selten kreativ-intuitiv und deshalb bei so manchen - gelinde gesagt - etwas unbeliebt.
 

Ich habe mich in letzter Zeit sehr viel mit Gehirnforschung und Kreativität beschäftigt und glaube, Folgendes ist besonders hilfreich.
 

Klassisches Zeit- wie auch Projektmanagement setzen auf Fokussierung und Exaktheit. Kreative, intuitive Prozesse finden jedoch statt, wenn wir das Gegenteil tun, nämlich NICHT gezielt nachdenken.


Um es frei nach Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer zu formulieren: Kreativität passiert, wenn wir das große Licht im Hirn einschalten, das gleichzeitig einen großen Bereich ausleuchtet und nicht, wenn wir mit dem Profilscheinwerfer gezielt nach Informationen suchen.

 

Oder um es mit Ostern zu sagen: Wenn wir bunte Eier suchen, sind wir völlig konzentriert darauf etwas Bestimmtes zu finden. Wir nehmen nichts anderes wahr, wir konzentrieren uns auf die Suche. Da war ein Baum? Wie war nochmals die Farbe der Blumen? Im Kreativmodus genießen wir vielleicht die Sonne, den Duft der bunten Blumen, lassen uns von der Hauskatze vom Suchen ablenken, finden die verlorene Sandschaufel aus dem letzten Sommer.... vielleicht auch das Osternest.

 

Beides - kreativ und exakt - ist also nicht gleichzeitig möglich.

 

Was nicht heißt, dass kreative & intuitive Entrepreneure nicht beides können!

 

Ich halte es für ein bedauerliches Klischee, dass viele kreative, intuitive Unternehmer als Chaoten dargestellt werden, oder noch schlimmer, sich selbst so wahrnehmen!


Zeitmanagement und Projektmanagement erleichtern meiner Erfahrung nach die Arbeit in Projekten sehr. Die interessante Frage ist, wie wir die kreativ, intuitive Qualität in Zeit- wie auch Projektmanagement bringen können ohne auf die Stärke der Fokussierung verzichten zu müssen.
 

Zum Thema Zeitmanagement habe ich schon ein paar Artikel in diesem Blog geschrieben, den heutigen Beitrag möchte ich mit einem kleinen bunten Sammelsurium aus der Praxis abschließen:

 

- Auch Kreative können nicht multitasken!

Vergessen Sie den Versuch, zwei anspruchsvolle Dinge gleichzeitig zu tun. Wir können mit jemandem telefonieren und den Rasen mähen (das Bild würde ich jetzt gerne sehen, das in Ihrem Kopf entsteht! Achtung, da liegen Ostereier im Gras!), wir können jedoch nicht telefonieren und gleichzeitig Emails lesen. Wir wechseln zwischen den Aufgaben, das kostet schlussendlich mehr Zeit, als hätten Sie die Aufgaben hintereinander gemacht.

 

- Planen Sie bunt

Wer kennt sie nicht, diese langweiligen ToDo Listen, grauen Notizen auf Papier oder am Bildschirm. Versuchen Sie es doch einmal mit einer Mindmap! Meiner Erfahrung nach lassen sich Wochen- wie auch Projektpläne wunderbar visualisieren. Ihr Gehirn und Ihre Netzwerkpartnerinnen werden es Ihnen danken.

 

- Wechseln sie bewusst zwischen kreativem und fokussiertem Arbeiten 

Manchen Menschen fällt es leichter exakte Aufgaben zu erledigen, andere schwimmen wie ein Fisch im kreativen Pool. Ich nehme an für die meisten, die diesen Beitrag lesen, gilt letzteres. Ob es Ihnen schwer oder leicht fällt: Nun wissen Sie, dass beides gleichzeitig einfach nicht möglich ist und können eine Umgebung schaffen, die fördert was Sie gerade am besten unterstützt.

 

- Ablenkung? Ja, aber bitte richtig! 

Eine Studie der Harvard Universität will herausgefunden haben, dass sich Kreative besonders leicht ablenken lassen. Das könnte an einer fehlenden Filterfunktion im Gehirn liegen.

Sie wollen Aufgaben erledigen die Konzentration benötigen? Dann sammeln Sie ähnliche Aufgaben und schaffen Sie sich einen Zeit-Raum, in dem Sie nichts unnötig ablenkt. (Deaktivieren Sie z. B. Facebook und die automatische Benachrichtungen zu neuen Emails oder Skype, wenn es sich um Arbeit am Computer handelt!)

Etwas anderes ist es, wenn Sie Ablenkung und Inspiration suchen. Schaffen Sie sich eine inspirierende Umgebung, setzen Sie sich ins belebte Straßencafe am Samstag Vormittag, gehen Sie ins Museum, umgeben Sie sich mit Dingen die inspirieren und so richtig schön kreativ Ablenken. Denn auch das sagt die Gehirnforschung: Dann entstehen Ideen.


Packen Sie beide Qualitäten in Ihre Werkzeugkiste!

 

 

Vortrag Dr. Spitzer: Unbewusste Kreativität auf Youtube: http://youtu.be/WAs5E2h_l5o

Bild: © pashabo - Fotolia.com

 

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