AllgemeinGeld und Finanzen Von maximal bis optimal – soviel geht (an bezahlten Stunden)

“Wie viele bezahlte Stunden kann eine kreative Beraterin, ein Coach, Therapeut, alle, die kreative, intiutive Dienstleistungen anbieten, PRO JAHR maximal verkaufen? ” lautete meine Umfrage auf Facebook, an der über 30 Miss Bizzy Leser/innen spontan teilnahmen.

Screenshot Facebook Umfrage zu den Stunden

Ich geben zu – eine nicht einfach zu beantwortende Frage, die natürlich weitere Fragen aufwirft. Danke an alle, die sich eingebracht haben!

Wenn zum Beispiel Gerhard Klose meint: “… aus Sicht von? Finanzamt? Gewerkschaft? Kalender?”, verlangt er zu Recht eine differenzierte Betrachtung.

Screenshot Umfrage Facebook

Warum Sie sich diese Frage auf jeden Fall stellen sollten!

Es gibt gute Gründe, sich diese Frage – in ihren Facetten – zu stellen, denn

  1. Sie schaffen die Grundlage für eine erste grobe Berechnung Ihres MINDEST-Stundensatzes
  2. Sie beschäftigen sich bewusst mit der Frage, wie und wofür Sie Ihre Lebens- und Arbeitszeit einsetzen. Gerade für Menschen, die sich mit Ihrer Arbeit identifizieren, nicht immer einfach zu beantworten.
  3. Es hat eine maßgebliche Auswirkung auf Ihre Kreativität, Intuition, finanzielle Situation und Gesundheit!
Bei Rot da steh’ – bei Grün da geh’

Um die Sache auf einen Blick übersichtlich darzustellen, orientiere ich mich am guten alten Ampelsystem. Alles im “roten Bereich” ist meiner Meinung nach unrealistisch und langfristig gesundheitsgefährdend. Einschätzungen in Richtung “Orange” sind ok aber noch nicht optimal. Der “Grüne Bereich” gibt Entwarnung für kreative, intuitive Unternehmen.

Rot – selbst und ständig?

Das Jahr hat 52 Wochen. Als Selbständige, da bleibt nicht viel übrig als “selbst und ständig”. Das höre ich immer wieder und immer noch von Menschen in Seminaren oder Beratungen. Da verzieht sich mein Gesicht zur “Schnute”, da werde ich unruhig und direkt:

Wer so denkt, ruiniert sich und die eigene Geschäftsidee langfristig. Ich würde dieses Wort sowieso aus dem Sprachschatz verbannen.

Gehen wir von einem – in unseren Köpfen – immer noch “üblichen” Arbeitstag von 8 Stunden, von Montag bis Freitag, also 40 Stunden pro Woche aus, so bedeutet das ein maximales Arbeitspensum von 2080 Stunden. Immerhin keine 80 Stunden Woche?! höre ich da jemanden rufen …

Das bedeutet: Kein Urlaub, kein Feiertag. Nur Wochenende frei. Aber das verbringen Sie in diesem Fall ganz sicher mit Rechnungen schreiben, Projektideen entwerfen, Buchhaltung zusammenstellen, eigene Webseite aktualisieren. 2080 Stunden bezeichne ich deshalb als unrealistisch.

Chronische Überarbeitung, egal wie stark ich für mein Unternehmen brenne, verbrennt Kreativität und Intuition.

Orange – noch keine Entwarnung.

Sie denken über Urlaub nach. Bewegen sich außerhalb des Hamsterrädchens. Machen auch mal einen “Feiertag” frei. Sie haben Zeit, eine Grippe zu Hause im Bett auszukurieren! Vier Wochen Urlaub, drei Wochen “Sonstiges”, da bleiben noch 45 Wochen mal 40h/Woche. Das ergibt 1800 Stunden. Klingt doch ganz gut. Im Alltag ist die Gefahr sehr hoch, dass Sie bei dieser Kalkulation Ihren Urlaub für Tätigkeiten opfern, die Ihnen kein Kunde bezahlt, aber doch getan werde müssen: Belege sortieren, Seminarunterlagen kopieren, Mahnungen verschicken, Netzwerken, und und und.

Hellgrün – 400 Stunden für einen freien Kopf

Vierhundert. Das ist die durchschnittliche Zahl, die Sie als kreativer, intuitiver Entrepreneur zusätzlich einplanen sollten. Es ist die Zeit, die sie für Tätigkeiten brauchen, die notwendig und wichtig sind, die Ihnen aber kein Kunde bezahlt (Beispiele dazu in der Gefahrenzone). Außerdem haben Sie auch endlich mal Zeit neue Ideen zu entwickeln, etwas auszuprobieren, mit (oder ohne) Steuerberaterin die Planung fürs nächste Jahr zu machen – 1400 Stunden -da wird der eigene Kopf frei.

Sattes Grün – das gibt Luft zum Atmen

Mal ehrlich, auch wenn Sie gut im Geschäft sind, sind Sie nicht immer zu 100 % ausgelastet. Die Auftragslage schwankt und Zeitmanagement hin oder her: kein Mensch ist immer effektiv.

Aus der Erfahrung heraus behaupte ich: vielleicht 70 % davon können wir an Kund*innen weitergeben. Das sind 980 Stunden. In manchen Branchen ist es weniger in manchen etwas mehr. Jedenfalls schafft es Raum zum Atmen. Man hechelt nicht durchs Arbeitsjahr. Hat Muse für neue Schritte. Und überhaupt: Kreativität und Intuition entstehen in einer anderen Zeitmessung.

Das individuelle Stundenmaß

Vielleicht haben Sie Lust, meine Ampel mit Ihrem aktuellen Stundenmaß zu vergleichen. Finden Sie sich wieder? Ist für Sie Orange eigentlich schon hellgrün? Es ist mir bewusst: Das Stundenmaß zu reduzieren bedeutet, für die einzelne Stunde mehr Geld verlangen zu müssen. Je nach Branche und Region ist es schwerer oder einfacher, den daraus resultierenden Stundensatz verkaufen zu können. Meiner tiefsten Überzeugung nach ist das eine Ihrer wichtigsten Entscheidung. Es bedeutet Zeit zu haben für Qualität. Es gibt Wege zum optimalen individuellen Stundenmaß: Zum Beispiel durch gute Positionierung Ihres Angebotes. Nehmen Sie sich Zeit und stöbern Sie dazu auf dem Miss Bizzy Blog.

Zu wissen, wieviele Stunden Sie verkaufen KÖNNEN ist die Basis für die Kalkulation Ihres MINDEST-Stundensatzes. Alles was Sie darunter verkaufen bedeutet für Sie ein Verlustgeschäft. Was das in Zahlen bedeutet, dazu gibt es demnächst hier an dieser Stelle einen weiteren Beitrag.

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Miss Bizzy

Alexandra Abbrederis-Simpson. Gründerin und Autorin "Miss Bizzy-Prinzip". Meine Mission ist es, kreative & intuitive Köpfe zu inspirieren, ihre Projekte und Ideen umzusetzen.

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